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    Ein Blogbeitrag von: Fabian [Der Inhalt stellt keine Rechts-, Finanz-, Steuer- oder Anlageberatung dar.]

    Privatier mit 250.000 Euro - möglich oder reines Wunschdenken?

    250.000 Euro oder noch schöner ausgeschrieben: zweihundertfünfzigtausend Euro klingen und lesen sich erst einmal toll und viel. Aber ist dieser Betrag als Vermögen ausreichend, um den Job zu kündigen und Privatier zu werden?

    Privatier mit 250.000 Euro (1)

    Sind 250.000 Euro ausreichend, um den Rest des Lebens nicht mehr arbeiten zu müssen? Foto: yacobchuk, Getty Images - Canva Pro

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      250.000 Euro ausreichend? Es kommt darauf an!

      Gehen wir mal davon aus, die 250.000 Euro sollen nicht angelegt, sondern aufgebraucht werden. Dein monatlicher Kapitalbedarf liegt (in diesem Beispiel) bei 1.500 Euro, weil Du sehr sparsam lebst und eine günstige Krankenversicherung besitzt. Dein Geld wäre also nach knapp 14 Jahren (13,8 Jahren) aufgebraucht.

      Anders sieht das natürlich aus, wenn Du Deine „Frührente“ mit Abzügen durch die 250.000 Euro aufstocken möchtest. In diesem Fall können 250.00 Euro durchaus reichen. Gehst Du beispielsweise mit 63 Jahren und 14,4 % Abzug in Rente (bei 1.200 Euro Rente wären das 172,80 Euro) reichen die 250.000 Euro sehr wahrscheinlich, um die Rentenlücke und etwas mehr bis zum Lebensende zu schließen. Sagen wir Mal Du willst 100 Jahre alt werden, dann könntest Du jeden Monat rund 563 Euro von den 250.000 Euro abzwacken.

      Gut verzinst angelegt, bleibt Dir eventuell sogar mehr und Du musst nicht an das Grundkapital dran, bist also noch flexibler und bewahrst eine Erbmasse. Du könntest auch einen Teil auf längere Zeit anlegen und den anderen Teil sofort zum Aufstockung nutzen. 

      Am Ende hängt vieles von Deinem Lebensstandard, Deinen sonstigen Einkünften und persönlichen Wünschen ab. 

      Sichere Geldanlage bei 250.000 Euro nicht rentabel genug

      Investierst Du Dein Geld auf ein top verzinstes Festgeld- oder Tagesgeldkonto mit sagen wir mal 3,5 Prozent p.a., lägen die Erträge (sofern Du Dir diese monatlich auszahlst, weil Du das Geld zum Leben brauchst) bei 729,16 Euro monatlich abzüglich Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag sowie gegebenenfalls Kirchensteuer. Also: auch zu wenig, sofern es nicht als Aufstockung zur Frührente gedacht ist oder Du ein wirklich absolut sparsames Leben führst, keine Miete zahlst und auch wenig bis keine Nebenkosten und Lebenshaltungskosten generierst. 

      Nun könntest Du aber auch eine Eigentumswohnung kaufen und diese vermieten. Sagen wir einfach mal, Du bekommst für die 250.000 Euro eine 3-Zimmer-Wohnung mit 75 m² im Randgebiet einer mittelgroßen deutschen Stadt und kannst diese für 750 Euro kalt vermieten. Dann zahlst Du auch hier Steuern, musst noch etwas für die Instandhaltung zurücklegen und kannst, wie Du bereits merkst, auch dann nicht alleine von den Erträgen der 250.000 Euro leben.

      Kennst Du die 4 % Regel?

      Die 4 % Regel besagt, dass das 25-fache Deines Jahresbedarfs an Kapital ausreicht, um mit einer 4-prozentigen Rendite pro Jahr Deinen Kapitalbedarf zu decken. Selbst, wenn Du diese Rendite nicht erreichst oder sogar weniger anlegst, reichen die Reserven sehr lange aus. 250.000 Euro würden also dann (Rendite vorausgesetzt) reichen, wenn Dein Jahresbedarf bei 10.000 Euro läge. Das wären rund 833 Euro monatlich. So wenig Geld reicht nur dann aus, wenn Du als Einzelperson mietfrei lebst, den Mindestbeitrag in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung (etwa 220 Euro) zahlst, kaum bis keine Nebenkosten hast (eventuell, weil Du nahezu autark versorgt bist), vielleicht sogar Lebensmittel selber anbaust und Dir auch sonst keinen Luxus gönnst. 

      250.000 Euro trotzdem Sprungbrett zum Privatier

      Das heißt aber alles nicht, dass die 250.000 Euro nichts wert sind: ganz im Gegenteil! Wenn Du beispielsweise in eine Immobilie investierst und diese selbst bewohnst, hast Du dank der gesparten Miete jeden Monat etwas über und kannst diesen Betrag weiter investieren - sei es in einen ETF, in Aktien, in den Aufbau einer selbstständigen Nebentätigkeit oder in ein Tages- oder Festgeldkonto mit guter Verzinsung.

      Gleiches gilt natürlich, wenn Du die Immobilie vermietest und die Mieteinnahmen investierst. Zusätzlich kann der Wert der Immobilie in den nächsten Jahren steigen und weiteren Ertrag generieren (er könnte aber auch fallen).

      Würdest Du die 250.000 Euro fest verzinst zu 3,5 % p.a. auf 10 Jahre anlegen (weil Du eben noch keine monatliche Kapitalauszahlung brauchst), hättest Du vor Steuern einen Zinsertrag von knapp 89.000 Euro (etwa 64.600 Euro nach Steuern).

      Fazit: 250.000 Euro müssen investiert werden

      • Du siehst: Die 250.000 Euro werden wahrscheinlich nicht reichen, um alleine davon als Privatier zu leben.
      • Sehr wohl könntest Du diese aber sinnvoll anlegen und von der Rendite Deinen Lebensstandard aufstocken und einfach weiter arbeiten oder beispielsweise von Vollzeit auf ein Teilzeit-Modell wechseln. Für viele ist das schon eine echte Verbesserung.
      • Auch als Investitionsgrundlage und Basis, um noch mehr Vermögen aufzubauen und dann Privatier werden zu können, sind 250.000 Euro schon ziemlich viel Geld. Bedenke immer: Risikoreiche Anlagen, bei denen auch Verlust möglich ist, können teilweise sehr hohe Renditen erzielen - sichere Anlageformen (Festgeldkonten, Tagesgeldkonten) mit fester und garantierter Verzinsung deutlich weniger. Letztlich entscheidest Du selbst. Tipp: Lass Dich beraten!
      • Zusätzlich sei erwähnt, dass 250.000 Euro bei einer bestehenden Rente (evtl. mit Abzügen) durchaus reichen können, um die Liquiditätslücke zu schließen.
      • Auch ein sehr sparsamer Lebensstil könnte es Dir ermöglichen, mit 250.000 Euro Privatier zu werden.

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      Als freier Autor / Journalist / Blogger und Marketing-Consultant ist Fabian bereits seit vielen Jahren aktiv - unter anderem für Dienstleister in der Finanzbranche. Hier teilt Fabian neben allgemeinen Informationen auch eigene Erfahrungen und Meinungen. Die Inhalte stellen entsprechend KEINE Anlage-, Rechts-, Steuer- oder Lebensberatung dar.

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      Autor - Fabian

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